Mobbing
die Bedrohung auf dem Schulhof
Mobbing – der neudeutsche Terminus für das Schikanieren, Beleidigen oder Angreifen anderen Menschen – ist vielen vor allem aus dem beruflichen Umfeld bekannt. Dort sorgt diese Art des psychischen Terrors nicht selten dazu, dass die Betroffenen vollständig den Halt unter den Füßen verlieren. Oft ist genau dies das Ziel der Täter und Täterinnen, die einer Person so lange zusetzen, bis diese freiwillig oder aus letztlich gesundheitlichen Gründen aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis ausscheiden. Dabei sind können die Konsequenzen solcher Mobbing-Aktionen deutlich größere Kreise ziehen als die beruflichen.
Dafür spricht schon die Tatsache, dass Mobbing nach Aussagen von Sozialexperten und Psychologen in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen immer weiter zugenommen hat. Als Gründe für die belastenden Aktionen, in dessen Zentrum nur allzu oft schwächere und wehrlose Menschen stehen, werden oftmals Unzufriedenheit und zunehmender gesellschaftlicher wie auch beruflicher Druck genannt. Nicht selten aber geschehen die brutalen Übergriffe völlig grundlos oder aus reiner Frustration. Bei den Betroffenen können die gezielten Mobbing-Attacken bleibende psychische wie auch physische Spuren hinterlassen, die schlimmstenfalls bis ans Lebensende begleiten können.
Immer öfter wird darüber berichtet, dass Mobbing auch auf dem Schulhof schon im Kindes- und Jugendalter ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Viele Eltern sind geschockt, wenn sie erfahren, wie ihrem eigenen Kind von Mitschülern zugesetzt wird, oder – vielfach kaum weniger dramatisch – dass der eigene Nachwuchs Übergriffe dieser Art auf Klassenkameraden gemeinsam mit anderen Schülern verübt. Beliebt sind dank moderner Medien vor allem Videos, in denen Opfer geschlagen, beleidigt oder anderweitig gequält werden. Diese Videos finden sich später oftmals unkontrollierbar im Internet, wo die Opfer erneut der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Dazu gehören nicht nur die direkte Bedrohung und die Ehrverletzung von Seiten der Mobbing-Täter. Auch üble Nachrede und, Lügengeschichten und die soziale Ausgrenzung der Betroffenen sind organisierte Aktionen, die zur völligen Isolation führen können, beruflich und schulisch gleichermaßen.
Nach Meinung von Pädagogen kann nur stete Aufklärungsarbeit dafür sorgen, dass die Mobber von ihren Taten ablassen. Frühzeitig müssen an Schülen Veranstaltungen durchgeführt werden, in denen die Schüler und Schülerinnen erfahren, dass wirklich jeder Opfer solcher konzertierter Aktionen werden kann. Eltern können ihren Kindern oft dadurch helfen, dass sie ihnen möglichst früh helfen Selbstvertrauen aufzubauen und ihren Kindern vermitteln, dass sie sich mit allen Problemen an Mama und Papa, aber auch die Lehrer wenden können. Auch Hotlines und regionale Anlaufstellen und Internetseiten für Mobbing-Opfer können dafür sorgen, damit diese vor allem eines in Erinnerung behalten: Es gibt immer Hilfe, um selbst usweglos erscheinende Situationen zu überstehen.