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Schuldnerberatungsstellen

Letzte Ausfahrt Insolvenz?

Was für Laien meist unverständlich ist, gehört für Experten in vielen Fällen symptomatisch zu finanziellen Problemen dazu: Die Betroffenen setzen bildhaft gesprochen Scheuklappen auf und verdrängen ihre eigene Situation. Oft praktizieren Verbraucher mit hohen Schulden diese gefährliche Praxis solange, bis es irgendwann zu spät ist, um den Weg aus der Schuldenfalle noch rechzeitig zu finden. Umso schlimmer ist diese Verhaltensweise deshalb, weil längst nicht jeder Schuldner in einer ausweglosen wirtschaftlichen Situation steckt. Oft fühlt es sich für die Betroffenen nur so an, weil die monatlichen Belastungen über ihnen zusammenzustürzen drohen. Mithilfe der Unterstützung professioneller Schuldnerberatungsstellen aber könnte vielen Menschen mit Schulden durchaus geholfen werden.

Oft geht es zunächst darum, Ordnung in das Finanz-Chaos zu bringen, denn einen Überblick haben viele verschuldete Verbraucher längst nicht mehr. Kommt zu den Schulden noch eine Arbeitslosigkeit hinzu, ist es umso ratsamer, Schuldnerberatungsstellen aufzusuchen, um sich dort Rat zu holen. Selbst wenn nur der Weg in die so genannte Verbraucherinsolvenz bleibt, ist ein hohes Maß an Ordnung gefragt, denn die Auflagen und Rahmenbedingungen sind weniger leicht erfüllt, als viele Bürger wohl vorstellen. Nicht nur der prominente Schuldnerberater Peter Zwegat aus dem TV weist seine Mandanten immer wieder darauf hin, dass die Privatinsolvenz auch die nötige Kooperationsbereitschaft von Seiten der Gläubiger verlangt. Und mit dieser Bereitschaft ist vor allem nicht zu rechnen, wenn die Schuldner Mahnungen und Zahlungsaufforderungen unaufgefordert in den Müll wandern lassen.

Wie mit Schulden umgegangen werden sollte, erfahren viele Verbraucher erstmalig bei ihrem Besuch in den Schuldnerberatungsstellen. Dort gilt es vielfach, den Besuchern überhaupt die Augen bezüglich der kritischen Lage zu öffnen. Immer häufiger bieten Schuldnerberatungsstellen auch Informationsveranstaltungen für junge Berufstätige oder Schüler an. Denn Teens und Twens geraten mittlerweile zunehmend in den Kreislauf aus Konsum und Schulden. Hier gilt es für die Schuldnerberatungsstellen anzusetzen und den Verbrauchern immer wieder klar zu machen, dass Schulden nicht als fester Bestandteil der Normalität im Alltag verstanden werden sollten. Einkaufen auf Pump sollte kein Hobby werden. Je früher die Schuldner den Überblick über ihr Konsumverhalten verlieren – etwa weil sich die monatlichen Handyrechnungen auf Hunderte Euro belaufen oder die Angebote vom Online-Versandhandel mit den vermeintlichen Null-Prozent-Finanzierungen mal wieder allzu verlockend waren – desto größer die Gefahr, in ein von Schulden bestimmtes Leben abzurutschen. Es gibt viel zu tun für die Schuldnerberatungsstellen.

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