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Therapeuten

oft der letzte Strohalm in der Krise

Seelische Probleme werden selbst heute von vielen Menschen nicht als ernstes Krankheitsbild wahrgenommen. Und das, obwohl es inzwischen Studien gibt, die beweisen, dass beispielsweise im Bereich der Depressionen rein statistisch jeder Fünfte Deutsche wenigstens einmal in seinem Leben an einer Form der Erkrankung des Gehirns erkranken wird oder dies bereits hinter sich hat. Besonders dramatisch wird es dann, wenn sich die Betroffenen zu spät oder gar nicht zum Gang zum Therapeuten entscheiden. Noch immer ist die Selbstmordgefahr bei diesen psychischen Erkrankungen hoch. Doch Therapeuten kommt nicht generell die Aufgabe einer quasi seelischen Feuerwehr zu.

Auch anderen Erkrankungen spielt diese Berufsgruppe eine wichtige gesellschaftliche Rolle. So hat sich etwa die Bedeutung der Ergotherapie vor allem bei jungen Patienten im Kindesalter erst in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Die Erkrankungen aus dem Bereich der Aufmerksamkeitsstörungen und ähnliche Krankheitsbilder machen diese Form der therapeutischen Arbeit immer öfter zu einer wesentlichen Alternativen zur medikamentösen Behandlung. Bei vielen Krankheiten, die vor einigen Jahren noch mit nebenwirkungsreichen Medikamenten behandelt worden wären, setzt man heute eher auf die Arbeit eines Therapeuten. Gestaltungs- und Gesprächstherapien weisen vielen Betroffen den Weg zurück ins vermeintlich normale Leben.

Die psychotherapeutische Arbeit ist etwa bei den Angst- und Panikstörungen – die ebenfalls verstärkt als mögliche Folge der zunehmenden Stresssituationen im beruflichen, alltäglichen und privaten Leben auftreten – ein bedeutender Ansatz. Hier kann der Therapeut mit Gesprächstherapien nur sehr begrenzt vorgehen. Denn meist handelt es sich angelernte Verhaltensmuster bei den Patienten und Patientinnen. Diese Muster müssen mitunter zur parallelen Medikation sozusagen neu im Gehirn der Betroffenen programmiert werden. Die Verhaltenstherapie nimmt die Patienten an die Hand und bietet ihnen Ansätze, um die alte Lebensqualität zurück zu erlangen und Fortschritte in ein Leben ohne Angstattacken und negative Gedanken zu machen. Dabei weisen die Therapeuten ihre jungen und älteren Patienten stets auch darauf hin, dass Sorgen und sporadisches seelisches Ungleichgewicht sehr wohl ein Bestandteil des Lebens sind. Therapeuten sind somit eher Ratgeber, die bei der Erarbeitung von Lösungskonzepten für das Leben der zu therapierenden Personen unterstützen. Erfolge hingegen werden nur dann erreicht, wenn tatsächlich Bemühungen bei den Patienten erkennbar sind und die Bereitschaft für Veränderungen der bisherigen Lebenssituation erkennen lassen.

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